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Begleiterkrankungen von Morbus Bechterew - Was Patienten wissen sollten

Symbolbild Rheuma Hand

In Folge der axialen Spondyloarthritis, auch Morbus Bechterew genannt, treten häufig Begleiterkrankungen, auch als Komorbiditäten bezeichnet, auf. Dies liegt daran, dass der Morbus Bechterew als Autoimmunerkrankung eine systemische Erkrankung ist, die prinzipiell den ganzen Körper betroffen kann. Vorab ist es wichtig zu erwähnen, dass diese Begleiterkrankungen mitunter belastender sein können, als die eigentliche Grunderkrankung. Wenn Dir etwas Ungewöhnliches an Dir auffällt solltest Du daher besonders auch deine Grunderkrankung im Hinterkopf haben. Folgende Beschwerden und Erkrankungen treten gehäuft im Zusammenhang mit Morbus Bechterew auf.

Entzündungen der Organe

Als systemische Erkrankung kann sich der Morbus Bechterew auch auf die Organe auswirken. Dazu zählen unter anderem Lunge, Herz, Nieren oder das Nervensystem. Auch die entzündlichen Darmerkrankungen Morbus Crohn und Colitis Ulcerosa sowie die Hauterkrankung Psoriasis (Schuppenflechte) treten bei Morbus-Bechterew Patienten häufiger auf, als bei Gesunden. 

Osteoporose

Patientinnen und Patienten mit Morbus Bechterew erkranken insbesondere im fortgeschrittenen Stadium der Erkrankung häufig zusätzlich auch an . Bei dieser Knochenstoffwechselerkrankung kommt es zum Abbau der Knochensubstanz - die Dichte der Knochenmasse und damit die Stabilität der Knochen sinkt. Infolgedessen kann es zu schmerzhaften Knochenbrüchen kommen. Ob Dein Risiko erhöht ist und Informationen zu möglichen vorbeugenden Maßnahmen solltest Du bei deinem Arzt erfragen.

Fibromyalgie

Viele Morbus Bechterew Patienten entwickeln zusätzlich zu ihrer Grunderkrankung eine Fibromyalgie - wörtlich übersetzt "Faser-Muskel-Schmerz" - als Folgeerkrankung. Das Fibromyalgie-Syndrom geht primär mit Schmerzen besonders an Muskelansätzen einher, wobei keine Entzündung feststellbar ist. Die Erkrankung kann sich allerdings auch auf andere Bereiche auswirken (beispielsweise auf den Darm). Es handelt sich nach derzeitigem Wissensstand um eine Schmerzverarbeitungsstörung. Die Deutsche Schmerzgesellschaft nennt Rücken, Arme und Beine als häufig betroffene Körperregionen. Sogenannte tender-points - besonders häufig betroffene Muskelansätze - werden hier zur Diagnosestellung herangezogen.

Augenentzündungen

Bei rheumatischen Erkrankungen sind oft auch die Augen in Form einer Uveitis, also Entzündung der mittleren Augenhaut, betroffen. Rund 40 Prozent der Patientinnen und Patienten mit Morbus Bechterew erleiden im Laufe ihres Lebens mindestens einmal eine solche Entzündung. Rote Augen, Lichtempfindlichkeit, Druckgefühl und vermehrter Tränenfluss sowie Schmerzen deuten auf eine Uveitis hin. In Verbindung mit dem Morbus Bechterew betrifft sie normalerweise nur ein Auge und dauert meist nicht länger als drei Monate. Sie neigt jedoch zur Wiederkehr und kann bei einer Chronifizierung im schlimmsten Fall zur Erblindung führen. Ungewöhnlich gerötete Augen sollten daher immer möglichst frühzeitig ärztlich geklärt werden.

Herz Kreislauf Erkrankungen

Patientinnen und Patienten mit Morbus Bechterew haben ein erhöhtes Herz-Kreislauf-Risiko, da die chronischen Entzündungen den gesamten Körper schwächen und daher auch Herz & Gefäße schädigen können. Weitere Risikofaktoren wie Bluthochdruck, Diabetes, Übergewicht oder erhöhte Blutfettwerte sollten daher minimiert sowie im Ernstfall rechtzeitig erkannt und behandelt werden. Regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen sind deshalb eine wichtige Maßnahme, um fit zu bleiben.

Wichtig

Beim Durchlesen dieser Liste kann einem erst einmal mulmig werden. Wichtig ist daher zu erwähnen: Die genannten Komorbiditäten können, müssen aber nicht zwangsläufig auftreten. Darüber hinaus können sie bei frühzeitiger Entdeckung gelindert werden. Entsprechend wichtig ist es, wie Eingangs erwähnt achtsam mit Symptomen umzugehen und diese rechtzeitig abklären zu lassen. Eine tolle Möglichkeit, um ein verbessertes Verständnis von Deinem Rheuma zu entwickeln, ist unser Onlinekurs für Morbus Bechterew.

Zum Autor: Matthias Diener ist seit seinem 19. Lebensjahr von Rheuma betroffen. Als zertifizierter Patient Expert und Fachmann für digitale Gesundheit möchte er Wissen rund um rheumatische Erkrankungen patientenverständlich aufbereiten und Patienten bei dem Zugang zu digitalen Angeboten unterstützen.

Matthias Diener
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