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Nr-AxSpA vs. r-AxSpA: Wo liegt der Unterschied?

Abbildung eines Röntgenbilds, Symbolbild für nr-AxSpA vs. r-AxSpA bei Rheuma

Hinweis: Bei diesem Artikel handelt es sich um rein informativen Inhalt. Die Informationen ersetzen zu keinem Zeitpunkt eine ärztliche Behandlung und Beratung. Entscheidungen bzgl. Medikation und Therapie müssen unbedingt ärztlich abgesprochen werden.

Wenn es um Diagnose und Behandlung der axialen Spondyloarthritis, im Volksmund besser bekannt als , geht, tauchen oft Abkürzungen die nr-AxSpA und r-AxSpA auf. Doch was bedeuten diese Buchstabenkombinationen, und wo genau liegt der Unterschied zwischen den beiden? In diesem Blogpost wollen wir einen genaueren Blick darauf werfen und Klarheit schaffen.

AxSpA: Axiale Spondyloarthritis

Bevor wir uns den Unterschieden zuwenden, werfen wir einen kurzen Blick auf die gemeinsame Grundlage - die axiale Spondyloarthritis (AxSpA). AxSpA ist eine Form von Rheuma, die vor allem die Wirbelsäule betrifft. Sie kann zu Schmerzen, Steifheit und im fortgeschrittenen Stadium zu strukturellen Veränderungen der Wirbelsäule führen. Obwohl medizinisch nicht immer ganz korrekt, ist die Axiale Spondyloarthritis besser bekannt als Morbus Bechterew oder Bechterewsche Krankheit. Eine frühe Diagnose und Behandlung sind entscheidend, um den Verlauf der Erkrankung zu beeinflussen.

nr-AxSpA: Nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis

Die Abkürzung "Nr-AxSpA" steht für "Nicht-röntgenologische axiale Spondyloarthritis". Hierbei handelt es sich um eine Untergruppe der axialen Spondyloarthritis, bei der auf Röntgenbildern keine eindeutigen strukturellen Veränderungen an der Wirbelsäule erkennbar sind. Das bedeutet jedoch nicht, dass keine Entzündung vorliegt. Patienten mit Nr-AxSpA können immer noch unter starken Schmerzen und entzündlichen Prozessen in der Wirbelsäule leiden, auch wenn diese nicht sofort auf Röntgenbildern sichtbar sind. In dieser frühen Phase können Entzündungen jedoch unter Umständen mithilfe der Magnetresonanztherapie nachgewiesen werden. Die Nr-AxSpA wird auch als frühe Phase des Morbus Bechterew betrachtet, da zu diesem Zeitpunkt noch keine knöchernen Veränderungen an der Wirbelsäule nachweisbar sind.

r-AxSpA: Röntgenologische axiale Spondyloarthritis

Im Gegensatz dazu steht "r-AxSpA" für "Radiographische axiale Spondyloarthritis". Hier sind auf Röntgenbildern klare strukturelle Veränderungen erkennbar. Dies können beispielsweise Entzündungen an den Übergängen zwischen Wirbeln und Beckenknochen sein. Die röntgenologische Form der axialen Spondyloarthritis zeigt fortgeschrittenere Stadien der Erkrankung an, in denen strukturelle Schäden bereits sichtbar sind. Ist diese Ausprägung vorhanden, spricht man vom Morbus Bechterew im eigentlichen Sinne. Die nr-AxSpa ist in diesem Stadium in die röntgenologische Form übergegangen.

nr-AxSpA vs. r-AxSpA: Der Unterschied in der Diagnose und Behandlung

Die Unterscheidung zwischen Nr-AxSpA und r-AxSpA ist wichtig, da sie Auswirkungen auf die Diagnose und das Management der Erkrankung hat. Bei Nr-AxSpA sind andere diagnostische Mittel, wie zum Beispiel die Magnetresonanztomographie (MRT), notwendig, um entzündliche Prozesse ohne strukturelle Veränderungen sichtbar zu machen. Die frühzeitige Erkennung und der Einsatz geeigneter Therapien können den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen und die Lebensqualität der Betroffenen verbessern. Sie können dazu führen, dass keine Versteifung der Wirbelsäule eintritt und die Erkrankung nicht in eine röntgenologische AxSpA übergeht.

In der Behandlung können sich die Ansätze für Nr-AxSpA und r-AxSpA unterscheiden. Bei Nr-AxSpA liegt der Fokus oft auf entzündungshemmenden Medikamenten wie NSAR sowie Basismedikamenten wie Biologika oder Januskinase Hemmern , um die Entzündungen zu kontrollieren. Zudem kommen physiotherapeutischen Maßnahmen zum Einsatz, um die Symptome zu lindern und die Beweglichkeit so gut es geht beizubehalten. Bei r-AxSpA kann die Behandlung weitere Schritte erfordern.  So kann es etwa durch Verknöcherungen zu Knochenbrüchen kommen, die unter Umständen operativ behandelt werden müssen oder durch stärkere Schmerzmittel, sogenannte Analgetika, behandelt werden müssen.

Fazit: Individualisierte Betrachtung ist entscheidend

Insgesamt zeigt der Vergleich zwischen Nr-AxSpA und r-AxSpA, wie wichtig eine individualisierte Betrachtung bei der Diagnose und Behandlung von Patienten mit axialer Spondyloarthritis ist. Die Unterschiede in den röntgenologischen Befunden haben direkte Auswirkungen auf die Therapieentscheidungen behandelnder Rheumatologen und betonen die Bedeutung einer präzisen Diagnostik. Nur durch ein genaues Verständnis der verschiedenen Formen der axialen Spondyloarthritis kann sichergestellt werden, dass jeder Patient die bestmögliche Versorgung erhält, die auf seine spezifischen Bedürfnisse zugeschnitten ist.

Quellen
Pfeil zur Illustration eines Dropdown Menüs in der FAQ Session der axSpA Patientenschulung
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Prof. Dr. Kurt Redlich (2023): Progression von nr-axSpa zu r-axSpA: Häufigkeit und Risikofaktoren, https://www.medmedia.at/congress-x-press/eular/progression-von-nr-axspa-zu-r-axspa-haeufigkeit-und-risikofaktoren/

Kathmann, Wiebke(2021): nr-axSpa versus r-axSpA -  wann ist die Unterscheidung sinnvoll?, Orthopädie und Rheuma, https://doi.org/10.1007/s15002-021-3365-5