Sonderformen der Rheumatoiden Arthritis

Darstellung eines Antikörpers, Symbolbild für den Blogpost Seltene Formen der Rheumatoiden Arthritis

Die Rheumatoide Arthritis (RA) ist eine komplexe Autoimmunerkrankung, die weltweit Millionen von Menschen betrifft. Innerhalb dieser Erkrankung existieren, neben den seropositiven und seronegativen Erkrankungsformen, auch seltene Sonderformen, die spezifische Herausforderungen mit sich bringen. In diesem Artikel werfen wir einen genaueren Blick auf einige dieser Varianten, die oft weniger bekannt sind, aber dennoch große Bedeutung insbesondere bei der Diagnostik haben können.

LORA: Late Onset Rheumatoid Arthritis

LORA steht für "Late Onset Rheumatoid Arthritis", was so viel bedeutet wie "Rheumatoide Arthritis im fortgeschrittenen Lebensalter". Im Gegensatz zu den meisten RA-Fällen, die in jüngeren Jahren auftreten, beginnt LORA erst nach dem 60. Lebensjahr. Was diese Form besonders herausfordernd macht, ist ihre Aggressivität. Die entzündliche Aktivität klingt kaum oder gar nicht ab, die Funktionsbeeinträchtigungen schreiten rasch voran, und es gibt nur selten Remissionen - Zeiten, in denen die Krankheit vorübergehend stillsteht. Komorbiditäten treten häufig auf und sind oft schwerwiegend.

Juvenile Rheumatoide Arthritis (JIA)

Die Juvenile Rheumatoide Arthritis (JIA) ist eine chronische Autoimmunerkrankung, die im Kindes- und Jugendalter auftritt. Sie gehört zu den häufigsten chronischen Erkrankungen im Kindesalter und kann im Erwachsenenalter oft in eine "klassische" Rheumatoide Arthritis übergehen. Es gibt jedoch auch Fälle, in denen die JIA vollständig ausheilt. Diese Form der Erkrankung betrifft Kinder und Jugendliche, was die Diagnose und Behandlung zu einer besonderen Herausforderung macht.

Still-Syndrom (Morbus Still)

Das Still-Syndrom, auch als Morbus Still bekannt, ist eine schwere und seltene Form der juvenilen rheumatischen Arthritis, die hauptsächlich bei Kindern auftritt. Es zeichnet sich durch eine hohe entzündliche Aktivität und schwere Symptome aus. Oft sind Fieber, Gelenkschmerzen und Hautausschläge charakteristisch. Diese Form erfordert oft eine umfassende und spezialisierte Behandlung.

Felty-Syndrom

Das Felty-Syndrom ist eine besonders schwere Verlaufsform der rheumatoiden Arthritis. Es tritt fast immer bei Patienten auf, bei denen der Rheumafaktor im Blut nachweisbar ist. Eine weitere charakteristische Eigenschaft ist ein starker Abfall der weißen Blutkörperchen. Dieses Syndrom betrifft in der Regel Männer zwischen dem 20. und 40. Lebensjahr und erfordert eine intensive medizinische Betreuung.

Sjögren-Syndrom

Etwa 20-30 % der Patienten mit rheumatoider Arthritis entwickeln im Verlauf der Krankheit das Sjögren-Syndrom. Dieses Syndrom ist hauptsächlich durch Symptome wie Mundtrockenheit (Xerostomie) und Trockenheit der Augen (Xerophthalmie) gekennzeichnet. Es handelt sich um eine eigenständige Autoimmunerkrankung, die oft in Verbindung mit RA auftritt und die Lebensqualität der Betroffenen erheblich beeinträchtigen kann.